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7.8.07

Yellow mellow tunes on my side

Berlin erhellte mein Herz. Ich vermag kaum darüber zu berichten ohne wehmütig meine Gedankenstränge in vergangenen Erlebnissen zu verlieren.
Der seit gestern Abend live (und mit tiefster Reue über zwischenzeitliche Zweifel) von mir als bester Sänger der ganzen Welt festgesetzt wordene Jason Mraz spielte im Cafe Dachkammer in Berlin. An zwei Abenden erhob sich seine göttliche Stimme über eine kleine Hand voll Leuten verschiedenster Nationalitäten, die den familiären Abend aus tiefstem Herzen genossen. Jason sprühte vor Charm und Wortwitz und nahm sich Zeit für die Anwesenden, die in diesem Fall wesentlich mehr waren als nur Fans oder Zuhörer - jeder war wesentlicher Bestandteil der Energie, die sich in diesem kleinen Gewölbe entwickelte.
Mir kam das alles so unreal vor und trotzdem so normal. Seit vier Jahren kennt kaum jemand, der mir über den Weg läuft den Mann für den mir keine smarten Wortkombinationen einfallen und seit eben diesem Zeitpunkt versuche ich das zu ändern. Und dann steht er gestern einfach 5 Meter vor mir und singt so perfekt, als würde er die Musik atmen. Ob er flüstert oder aus vollste Kehle schreit, ob er tiefe Töne singt oder sich in die Höhen der Tonleiter schraubt, ob er redet oder rappt, flüstert oder pfeift - alles ist hell und rein und strotzt von einer Hingabe wie ich sie bei keinem anderen Menschen je gesehen habe.
Und während ich mich dank Jasons Improvisationstalent und unermüdsamem Charme (man muss sagen, er hat 2,5 Stunden gespielt und versucht jeden Musikwunsch zu erfüllen) größtenteils hervorragend amüsiert habe, kam ich mir doch insgesamt ziemlich klein vor. Klein und nichtig und unausgefüllt, gegenüber diesem Menschen da vorne auf der Bühne, der so viel Leidenschaft für die Musik und die Menschen im Raum hatte - während ich ein paar Texte vor mir hersang und nach links und rechts tänzelte. Ich erinnere mich an die Zeit zurück, als ich alleine auf meinem Zimmer saß und es mich vor Glücksgefühl fast zerrissen hatte, wenn Jasons klare Stimme unter meine Haut fuhr. Wenn er mir Kraft gab. Vielleicht bin ich zu objektiv und realistisch geworden, vielleicht zu abgeklärt um meine Träume von ihm beflügeln zu lassen. Vielleicht werde ich nie so fühlen wie das Pärchen, das so unglaublich verliebt am Bühnenrand tanzte, dass es aussah als ob Jason nur für sie allein spielen würde (was er teilweise auch wirklich tat). Oh ja, Hingabe müsste man mal wieder verspüren können, und endlich mal loslassen von all dem Stress mit WG-Suche, Praktikums-Vorbereitung, Zeitmanagement und Geldproblemen.

Doch gegen Ende eines Jason Mraz Konzerts... wenn man fast ehrfürchtigt den Tönen lauscht, die unglaublicherweise aus dem Munde dieses verträumt lebensfreudigen Menschen kommen. Dann ist man doch ein wenig gerührt, und froh dabei gewesen sein zu dürfen - und irgendwie doch ein bisschen glücklicher als zuvor...

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4.2.07

Ich schwimmte, schwamm und schwomm

Endlich wieder ein regulärer Sonntag. Der erste in diesem Jahr. Überhaupt der erste seit vielen Monaten.

Und der erste Eintrag seit noch längerer Zeit. Kehre ich zu alten Werten und nicht ausgelasteten Wochenenden zurück, wie im ersten Semester? Lasse ich ab von Volleyball-Turnier-Wochenenden, durchzechten Samstagnächten, Projektarbeiten, Hardcore-Zocken und Lernmassakern?
Wohl eher nicht. Ich werde auch nicht öfter zu Tageszeiten in meinem Zimmer sein und mich langweilen.
Gerade im Wintersemester, wo die Tage kurz und viel zu friedlich sind, bin ich oft morgens bei Dunkelheit aus dem Haus gegangen und abends in selbiger heimgekehrt. Auch jetzt bin ich viel unterwegs, beim Sport, bei meinen Kumpels, beim Bandproben, bei Projekt- oder Lerntreffen.
Ich musste vorhin feststellen, dass meine häusliche Gleichgültigkeit mein Zimmer weniger in einen Lebensraum, als eher einen Schlaf- und Nahrungsaufnahmeplatz verwandelt hat.
Nachdem ich nämlich mit Herrn Jonathan "Scotty" Braun das Ritual des Sonntagmorgens-Campuscliquen-Frühstückens wieder aufgenommen hatte, erbarmte sich dieser der Vogelexkremente an meiner Fensterscheibe. Nachdem er die Weihnachtsdeko abgenommen hatte, verausgabte er sich mit allerlei Putzmitteln an den ursprünglich transparenten Flächen. Seitdem ist es heller im Zimmer.
He, ich habe ihn nicht gezwungen! Er konnte die Spuren des genmanipulierten Riesenvogels und die Weihnachtsglaskugel einfach nicht mehr sehen. Ich weiß nicht, wo das Problem ist... ich mach dann einfach immer die Vorhänge zu.
Aber es war ein guter Anstoß für mich, meinen eigenen WG-Putzpflichten nachzukommen. Während Scotty in meinem Zimmer beschäftigt war, verhalf ich dem Ofen zu neuer Würde. Er bekommt demnächst ne Rolle in ner Reality-Soap.
Danach wischte und wusch ich den Küchenboden und da ich einmal nen Eimer Wasser vor mir stehen hatte, auch noch den Boden im WG-eigenen Bad. Entgegen meiner Erwartung auf ein Rudel Tropenspinnen und kleine Nagetiere zu stoßen, verlief die Reinigung ohne weitere Vorkommnisse.
Schließlich kam auch der leistungssschwache Staubsauger zum Einsatz und verbesserte ansatzweise den Zustand meines Teppichs. Trotzdem kann man bei Anblick meines kleinen Raumes immernoch nicht wirklich von Ordnung sprechen. Ich frage mich, wie Markus das die letzten Semester gemacht hat. Seine WG verfügte bis vor kurzem nicht mal über einen Staubsaugen und trotzdem sah sein Zimmer immer aus, wie geleckt!
Moment mal... er wird doch nicht.......

2.11.06

Nun stitz ich hier und warte

14 Minuten bis Filmtechnik.

Es ist wirklich einige Zeit her, dass ich den virtuellen Stift in die Hand nahm und mich, nun ja, zeitweise verewigte.

13 Minuten bis Filmtechnik.

Viele wolllen jetzt wissen was ich treibe, ob es mir gut geht, ob ich meine inspiration verlor, ob ich bekloppt bin.

12 Minuten.

Nein.... nur die liebe Zeit macht mir Striche durch die Rechnung und sollte ich sie mal dabei erwischen, mach ich sie richtig zur Sau und sie verzieht sich. Super Plan!

11 Minuten.

Ich verbringe sehr wenig Zeit mit der Zeit.

10.

Ich verbringe viel zeit mit Volleyball, Parties, Hochschulzeitung und Freunden - bald auch mit elektronischen Wesen. Dachte ich. Aber meinen Nebenjob bei Gravis in Stuttgart hab ich abgesagt... weil sonst viel Bafoeg, Kindergeld und noch mehr Geld flöten geht. Mal sehn ob ich mir anderweitig eine Geld und Ruhm bringende Beschäftigung suchen kann.

7 Minuten.

Apropos Nebenjob. In meiner Freizet bin ich Studentin - und habe in

6 Minuten

eine Vorlesung in Filmtechnik.
Also werde ich mich mal hinunterbegeben.
Wie könnte ich diese Vorlesung verpassen.

5 Minuten.

Die letzten 2 Male habe ich eineinhalb Stunden:
Elefanten und Köpfe geknetet
eine Ikeatasse gezeichnet, mit Löffel

4 Minuten.

Ich geh dann mal!

11.8.06

These Boots are made for walking

Nanunana.... mal wieder räkeln sich neue fluoriszierende Buchstaben auf den heimischen Bildschirmen, wenn man meine Blog-Seite aufruft.
Wie kommt man zu dieser Ehre? Es sind wohl die Ferien und das wieder aufblühende Pflichtgefühl... all meinen (beiden) treuen Lesern gegenüber.

Irgendwie fühle ich mich schon wieder ausgelaugt. Und das obwohl 60... 71... 82 ... jedenfalls sehr viel Prozent meiner Ferien noch vor mir liegen. Schließlich habe ich erst Ende September noch eine Prüfung und ansonsten Zeit zur freien Gestaltung... aber alles was mit Gestaltung zu tun hat, benötigt Kreativität und Vitamin B. Die hat es aber wohl leider mit dem letzten Regenguss in die Kanalisation heruntergeschwemmt. Naja, so negativ will ich hier mal nicht predigen, wo ich doch bis jetzt einen vollen Terminplan hatte und auch die nächsten Wochen relativ verplant sind. Aber: was geschah?

Nun denn, tauchen wir ein in die vielschichtigen Abenteuer eines verwirrten Lebens. Nachdem ich Mitte Juli das wunderschöne Wetter zum Beachvolleyball spielen und Strandbar-Räkeln in Stuttgart genutzt habe, ging es letzte Woche in etwas trübere Gefilde - auf die Pferderennbahn Boxberg bei Gotha. Nichts gegen die Rennbahn... jedes Ding auf Gottes schöner Erde hat seine Daseinsberechtigung. Ha, eine grandiose Überleitung! Um Gott, Jesus und den ganzen Clan gings nämlich auf dem dort stattfindenden Festival: freakstock!
Eine relativ familiäre Veranstaltung mit Dixi-Flair und Mainstage-Action. Es durfte sogar Crowdgesurft werden - eine Tatsache, die das freakstock anderen Festivals voraus hat... naja, oder die Security war nicht eingeweiht. Yeeha!
Eigentlich war es relativ kalt, aber wo viele Menschen und treibende Rhythmen sind, da wird einem nicht allzu kalt. Die tonerzeugenden Combos reichten von Blues, Rockabilly und Squaredance über Hip Hop und Breakbeats bis hin zu Indie, Screamo Emo, Weirdo-Hardcore und Psycho-Opern-Punk... und nein, das kann ich nicht auswendig. Ich hab alles aus dem Booklet abgeschrieben.

Leider hab ich schon viel Energie beim Frauenfußball-Turnier und der Morgentlichen Burgerbrat-Schicht verloren, sodass ich nicht allen dieser sehr nett beschriebenen Bands und Einzelkünstler ein Fünkchen meiner Party-Euphorie auf die Bühne schmeißen konnte.
Ich war nämlich Küchen-Mitarbeiter... ein Member of the Kitchen Crew... eine helfende Seele beim Karotten-Schnippeln und Salat-Mischen für alle wuselnden Mitarbeiter, die freakstock auf- und abgebaut oder sonstwie unterstützet haben. Außerdem bin ich während meiner Frühschicht im "Saloon" - dem westernstylishen Fastfood-Zelt - zum M.o.ME avanciert: dem "Master of Mirroreeggs"!
Das hatte auch den Vorteil, dass wir Bratfett-überzogenen Salooneros Freimarken für die SAUBEREN, immer WARMEN und LEEREN Backstage-Duschen bekommen haben...

Wozu? Zu recht!

10.7.06

Wer mit Zombies schläft ist nicht nekrophil

Den meisten Menschen wird dieses kleine Detail der Markow-Analyse von subsequenter Aggression im Bereich der Nekromantie nicht wirklich auffallen... Aber betrachtet man Zombies als lebloses Fleisch, welches sich aber, dem Willen seines nicht mehr ganz so toten Besitzers folgend, über diese unsere Erde bewegt und Lebendigkeit vortäuscht - so kann man durchaus von "Untoten" sprechen...
Und was sich noch bewegt, das macht Nekrophilen keinen Spaß.
Vermute ich mal.

Aber zurück zu den ernsten Themen des Lebens: FUSSBALL!

Nein...
Dachtet ihr wirklich ich lasse mich darnieder und schwafele über das meistdiskutierte, überreizteste Thema des letzten Monats?
He, was für ein Vertrauen!

Aber jetz mal Butter bei de Fische... Es hat mich gepackt, das Fußballfieber. Aber wie soll einen das hier in der WM-Stadt Stuttgart auch übersehen. Es schleicht umher, infiziert selbst träge Stubenhocker und - ist einfach großartig.
Ich habe die Spiele unserer sypathischen 11 auf Großleinwand, draußen vor den Bars oder gemütlich im Hinterhof mit Freunden verfolgt, das schöne Wetter genossen und mich sogar selbst 2-mal auf den Bolzplatz getraut.
Was bleibt sind ein paar blaue Flecken, eine Euphorie, die bis in die entlegensten Winkel der Welt zu spüren war und das unheimlich gute Gefühl, dabeigewesen zu sein, als eine dynamische, kämpferische deutsche Mannschaft fast Weltmeister geworden wäre.

Letzten Monat gab es keine Zurückhaltung, keine deutschen Altlasten, keine Zweifel - nur Stolz und eine einzige große Party - hoffen wir, dass sich niemand so schnell davon erholt!

24.4.06

Welch Glückes Geschick

Jaja, ich weiß nicht was ich all die Zeit getrieben habe, als denn ich keine Einträge verfuß. Sollte mich doch die Faulheit übermannt haben?

Nein, unmöglich. Wohl eher war es die Motivation, die mich hinaus und zu den verschiedensten Aktivitäten trieb. Denn, liebe Leute, wisset, dass ich mich gar vielseitig engagierte:

1. Versuche ich mich als Texterin und Layout-Fee der Hochschulzeitung "Zustände".
2. Tue ich die Organisation der Erstsemesterparty in verschiedenen Bereichen vorantreiben.
3. Schmuggelte ich mich in die Wettkampfmannschaft Volleyball des Unisports.
4. Nütze ich das schöne Wetter um mich sportlich zu betätigen, draußen und in Gesellschaft netter Leute.
5. Verbringe ich freie Zeit gerne mit anderen jungen Menschen, sehr oft beim Grillen.
6. Studie... nein ... haha. Studieren. Wer macht denn sowas!

Wie dem auch sei. Ich werde meinen Geist nun wieder zu wichtigen Sachen wenden. Ich werde hinausgehen und Omas über die Straße helfen bis sie umfallen, den Mensa-Mitarbeitern mit einem freundlichen Lächeln den Tag verschönern und hoffen dass sie sich IRGENDWANN mit einem guten Essen damit revangieren.

Die Hoffnung stirbt zuletzt...

12.3.06

5 Millisekunden

Willkommen zu einer neuen Folge "Episoden, die das Leben schreibt" ...
Heute: Die Falsche Entscheidung

Kennt ihr das auch? Ach was frag ich überhaupt, ich bin sicher ihr kennt das: Situationen, in denen man nach etwa 5 Millisekunden (Anmerkung: das ist sehr sehr sehr sehr kurz) weiß, dass man soeben das Falsche getan hat. Wie zum Beispiel am Bahnhof, wenn man den Fuß, welcher die Lasten schwerer Reisetaschen tragen muss, auf die erste Stufe der Treppe setzt. Es macht *klick* und eine süße Stimme in deinem Kopf säuselt: "Du Idiot, warum hast du nicht die Rolltreppe genommen!?"
Viele solcher Situationen haben mit angestrebter Coolness und maßloser Selbstüberschätzung zu tun. Bloß keine Schwäche zeigen... Ich schaff das... garantiert... locker... *mist*
Ganz selbstverliebte Typen und Typinnen wagen es sogar ihre coole Fassade aufrecht zu erhalten und angeberisch den steilsten Ski-Hügel runterzufahren und lauthals von ihren unübertrefflichen "Skillz" zu tönen. Ihre Stimme finden sie dann erst im nächsten Kreiskrankenhaus wieder. Höchstwahrscheinlich kennen sie aber das 5-Millisekunden-Phänomen nicht... sondern sind bis zur letzten Minute davon überzeugt, die Ski-Piste hätte ein aggressives Eigenleben entwickelt und wolle die Weltherrschaft an sich reißen. Klar!
5-Millisekunden-Kenner sind eher schweigsam und oftmals am zweifeln. Haben sie sich schließlich selbst dazu überredet, diese komisch klingende indische Spezialität zu probieren, beißen sie mit einem Lächeln hinein und wissen nach schlappen 5 Millisekunden den Wert von Schnitzel mit Pommes zu schätzen...
Nicht viel länger dauert es beim gestressten Studenten, der gerade noch in die U-bahn gehechtet ist bevor sich die Türen mit ihrem typischen Geräusch schließen. *klack* Moment... Uni, da komm ich doch grad her...

Tja, Gott sei Dank sind Menschen lernfähig... *klick*