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4.2.07

Ich schwimmte, schwamm und schwomm

Endlich wieder ein regulärer Sonntag. Der erste in diesem Jahr. Überhaupt der erste seit vielen Monaten.

Und der erste Eintrag seit noch längerer Zeit. Kehre ich zu alten Werten und nicht ausgelasteten Wochenenden zurück, wie im ersten Semester? Lasse ich ab von Volleyball-Turnier-Wochenenden, durchzechten Samstagnächten, Projektarbeiten, Hardcore-Zocken und Lernmassakern?
Wohl eher nicht. Ich werde auch nicht öfter zu Tageszeiten in meinem Zimmer sein und mich langweilen.
Gerade im Wintersemester, wo die Tage kurz und viel zu friedlich sind, bin ich oft morgens bei Dunkelheit aus dem Haus gegangen und abends in selbiger heimgekehrt. Auch jetzt bin ich viel unterwegs, beim Sport, bei meinen Kumpels, beim Bandproben, bei Projekt- oder Lerntreffen.
Ich musste vorhin feststellen, dass meine häusliche Gleichgültigkeit mein Zimmer weniger in einen Lebensraum, als eher einen Schlaf- und Nahrungsaufnahmeplatz verwandelt hat.
Nachdem ich nämlich mit Herrn Jonathan "Scotty" Braun das Ritual des Sonntagmorgens-Campuscliquen-Frühstückens wieder aufgenommen hatte, erbarmte sich dieser der Vogelexkremente an meiner Fensterscheibe. Nachdem er die Weihnachtsdeko abgenommen hatte, verausgabte er sich mit allerlei Putzmitteln an den ursprünglich transparenten Flächen. Seitdem ist es heller im Zimmer.
He, ich habe ihn nicht gezwungen! Er konnte die Spuren des genmanipulierten Riesenvogels und die Weihnachtsglaskugel einfach nicht mehr sehen. Ich weiß nicht, wo das Problem ist... ich mach dann einfach immer die Vorhänge zu.
Aber es war ein guter Anstoß für mich, meinen eigenen WG-Putzpflichten nachzukommen. Während Scotty in meinem Zimmer beschäftigt war, verhalf ich dem Ofen zu neuer Würde. Er bekommt demnächst ne Rolle in ner Reality-Soap.
Danach wischte und wusch ich den Küchenboden und da ich einmal nen Eimer Wasser vor mir stehen hatte, auch noch den Boden im WG-eigenen Bad. Entgegen meiner Erwartung auf ein Rudel Tropenspinnen und kleine Nagetiere zu stoßen, verlief die Reinigung ohne weitere Vorkommnisse.
Schließlich kam auch der leistungssschwache Staubsauger zum Einsatz und verbesserte ansatzweise den Zustand meines Teppichs. Trotzdem kann man bei Anblick meines kleinen Raumes immernoch nicht wirklich von Ordnung sprechen. Ich frage mich, wie Markus das die letzten Semester gemacht hat. Seine WG verfügte bis vor kurzem nicht mal über einen Staubsaugen und trotzdem sah sein Zimmer immer aus, wie geleckt!
Moment mal... er wird doch nicht.......